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Historika Monasterium

PostDateIconDienstag, den 30. November 1999 um 00:00 Uhr | PostAuthorIconGeschrieben von: Administrator | PDF Drucken E-Mail
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1 Abschnitt des Chronisten von Münster (Gründung-1535)
Nun ist es doch schon so lange her, aber ich weis noch genau wann alles begann. Es war im Jahr des Herrn 810 als ein fränkischer Adeliger mich ersuchte als Chronist für ihn zu arbeiten und den Werdegang seiner Stadt zu verfolgen. Erfreut über diese doch sicher lebenslange Aufgabe bemühte ich mich auch etwas über den Hintergrund zu erfahren. Meinen Nachforschungen zufolge wurden die ersten menschlichen Bauten um 200 nach Christus um den Bereich des Horsteberges errichtet. Dies jedoch waren einfache Bauernhäuser, die noch nicht einmal Dorf genannt werden durften. Im Auftrag Karls des Großen gründete mein Herr, der friesische Missionar Liudger, ein Kloster nahe der Aa mit Namen Monasterium und ein große Kirche, den St. Paulus Dom der zum Mittelpunkt der Stadt werden sollte. Im Jahre des Herrn 805 wurde mein Herr Münsters erster Bischof und die Stadt wurde zum Bistum erhoben. Es folgten friedliche Jahre und die Stadt wuchs. Jedoch kam 300 Jahre später das erste von vielen Unglücken über unsere kleine Stadt. 1121 war ein schlechtes Ernte Jahr und viel Bewohner hungerten. Dies führte jedoch dazu, dass ehrbaren Bewohner Münsters in den Umliegenden Wäldern viel Wild jagten. Möglicherweise veranlasste dies die Schreckbilder in die Stadt einzudringen. Eines Nachts fielen sie urplötzlich über die Stadt her und zerrissen alle die ihnen in den Weg kamen, selbst mein Her konnte mit seiner Schattenkraft nichts gegen diese Bestien unternehmen. Zu allem übel stand am nächsten Tag das Heer des Herzogs Lothar von Sachsen vor den Toren Münsters, die diesem nicht viel entgegenzusetzen hatten, so dass die Stadt vollkommen zerstört wurde.
Fast Augenblicklich wurde jedoch mit dem Wiederaufbau begonnen. Am 12.5.1277 wurde die erste Ratsverfassung der Stadt unterschrieben. Dies war eine große Errungenschaft, da dies eine außergewöhnlich demokratische Einstellung erforderte. Nach langen Nächten voller Streitgespräche jedoch schafften es die Prometheer diese Ratsverfassung durchzusetzen.
Am 03.7.1353 wurde der letzte Stein des Rathauses gesetzt und im September schließlich offiziell eingeweiht. Damals waren nicht einmal 9000 Einwohner innerhalb der Stadtmauern, aber durch die Verbindungsstraßen war Münster eine wichtige Hansestadt, die vor allem die Kultur sehr hoch schätzte. Wieder folgten Jahre der Zufriedenheit.
Im Jahre 1533 jedoch musste ich meinen Platz als Chronist von Münster für zwei Jahre aufgeben, da ich mit meinem Herrn nach Holland auswanderte. Dies geschah wohl auf Grund der Wiedertäufer, die unsere Stadt besetzten. Als jedoch die Aufrührer von Fürstbischof Franz von Waldeck nach einer blutigen Schlacht öffentlich hingerichtet und in den Käfigen, die immer noch an der Lambertikirche hängen, den Vögeln überlassen wurden, kehrten wir zurück. Ich nahm alsbald mein Bestreben die Geschichte zu verfolgen wieder auf.

 

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2. Abschnitt des Chronisten von Münster (1648-1806)

 

Ah, der dreißigjährige Krieg, sein Ende war ein Aufschwung für Münster, die Stadt in welcher der westfälische Frieden geschlossen wurde. Dies ist einem besonderen Mitglied unserer Gemeinde zu verdanken, das den passenden Ort für die Verhandlungen, einen Saal im Rathaus offenbarte. Allerdings wissen heute nur noch wenige welch Persönlichkeit dies vollbrachte. In den kommenden Jahren kamen viele Pilger nach Münster um die Stadt zu bewundern, unter ihnen auch Christoph Bernhard von Galen. Dieser besondere Mensch jedoch sah in der Stadt das Böse lauern. Einige Jahre später kehrte er zurück, es muss so um 1661 gewesen sein, und eroberte die Stadt. Er setzte viel Freiheiten der Bürger herab und viele von meinesgleichen verschwanden in diesen dunklen Stunden. Viele Bürger waren froh als er endlich nach 20 Jahren starb.
Ein guter Freund meines Herrn, mit Namen Droste zu Vischering beauftragte 1740 den als fürstbischöflichen Baumeister tätigen Artilleriegeneral Johann Conrad Schlaun mit dem Erbau eines Stadtpalais, dem Erbdrostenhof. 1757 wurde dieses Meisterwerk vollendet.
Sieben Jahre später wurden zum zeitweiligen Entsetzen aller Bürger die Stadtmauern geschliffen, damit Münster zu Kriegszeiten eine offene Stadt ist. Viele Bürger vertraten die Meinung Franz von Fürstenberg, der diese Anordnung erteilte, sei geistig umnachtet und ich stimme ihnen, da ich einiges mehr weiß, zu. Drei Jahre später wurde endlich genehmigt, welches die Bürger schon lange verlangten, der Bau des großartigen fürstbischöflichen Schlosses. Die Genehmigung erteilte Kurfürst Max Friedrich, der ein Gefolgsmann meines Herrn war. Die Pläne stammten von dem Erbauer des Stadtpalais, der jedoch sein vollendetes Werk nur noch bei Mondschein betrachten konnte. Im Jahre des Herrn 1773 wurde die Landesuniversität in Münster gegründet und nahm sieben Jahre später ihren Lehrbetrieb auf. Zwei Jahre später wurde das erste von der Bürgerschaft getragenen Komödienhaus eröffnet. Jedoch folgte darauf hin eine Fehde zwischen den zwei kulturell teilnehmenden Parteien der Stadt, da das Haus von Wilhelm Ferdinand Lipper dem Führer der einen Gruppe erbaut wurde. 1792 trat zum ersten Mal die geisterhafte Gesellschaft "Familia sacra" an die Öffentlichkeit, auch wenn mir ihr wirken schon lange bekannt war. Ihre Initiatorin Fürstin Amalie von Gallitzin, erhielt Besuch von Johann Wolfgang von Goethe, der sich für die exquisite Weltanschauung der Vereinigung interessierte.

 

Mehr als zehn Jahre später ist Münster wieder Schauplatz eines Krieges. Im Jahre 1806 wurde das Münsterland durch Napoleon erobert, Joachim Murat unterstellt und fünf Monate später dem französische Kaiserreich angegliedert. Sieben Jahre erfreuten sich besonders die Formvollendeten der französischen Sprache und Geschmäcker, bis die Franzosen 1813 von Preußen und Russen vertrieben wurden.
 
3. Abschnitt des Chronisten von Münster (1816-1902)

 

1816: Ein großer Tag für Münster. Nachdem 1815 im Wiener Kongress die preußische Herrschaft über das früherer Fürstbistum bestätigt wurde, wird diese noch immer recht kleine Stadt Hauptstadt der Provinz Westfalens. Viele Vorteile ergaben sich dadurch sowohl für Bürger als auch für die Aristokratie unsere Gesellschaft, die durch viele kühnen Schachzüge nun noch einflussreicher geworden waren. Obwohl Münster Teil des preußischen Herrschaftsgebietes war, begab sich erst 1842 der preußische König Friedrich Wilhelm IV nach Münster. Zu Ehren seiner Ankunft wurde das Torhaus am Neutor errichtet. Aufgrund der Bitte meines Herrn an den König, erließ er die Anordnung, das der Schlossgarten in Form eines Englischen Garten angelegt werden soll, da mein Herr drei Jahre zuvor geschäftlich die wunderschönen Gärten diese Landes betrachtet hatte.
Erst im Jahre 1854 nahm die erste Gasanstalt Münsters ihren Betrieb auf. Durch geschickte Intrigen der Promether gegen meinen Herrn wurde im Jahre 1872 die Schulaufsicht von der Kirche auf den Staat übertragen. Dies führt auch in der Bevölkerung zu Unruhen, jedoch zu weitaus schlimmeren Unruhen in meiner Vereinigung. Mit der Inhaftierung meines Herrn, der sich zu dieser Zeit Johann Bernhard Brinkmann nannte, und dessen Flucht nach Holland vernahm ich schon die Totenglocke, jedoch wurden meine Bitten an Gott erhört, wenn auch nicht wie ich es mir vorstellte. Nach drei Jahren nahm ich meine Arbeit wieder auf, auch wenn ich nun die Plätze nur noch bei vollkommener Dunkelheit und Nebel betreten konnte. Auf Grund eines Gefallens den der Zoologieprofessor Hermann Landois, den Fähen schuldete, initiierte er die Eröffnung des Westfälischen Zoologischen Gartens. Prof. Landois hatte zuvor den Plan zum Bau des Aasees entwickelt, den jedoch keiner ernst nahm, da Prof. Landois ein wenig umschattet wirkte. Nachdem im Jahre 1878 die erste Kanalisation verlegt wurde, wurde vieles für mich einfacher. Der Bau der Kanalisation wie auch zwei Jahre später des Wasserwerkes wurden von meinen Ahnen sorgfältig geplant, jedoch interessierte mich die Zukunft wenig.
1895 ergab es sich das die Fehde zwischen den zwei kulturell teilnehmenden Parteien wieder erblühte. Das Baufällige, jedoch von seinem Erbauer nach wie vor hochgelobte, Komödienhaus wurde abgerissen und im Rombergschen Hof ein neues Theater von der, wie ich meine weitaus besseren, Konkurrenz eröffnet. Dieses wurde jedoch 1943 von Wilhelm Ferdinand Lipper, der das Komödienhaus entwarf, zerstört.

 

1899 wurde Münster nach Bestreben der einflussreichsten Mitglieder der Stadt an die Wasserstraßen angeschlossen und erhielt einen Hafen. 1902 wurde von Kaiser Wilhelm II die Preußische Universität Münster gestiftet. Zur bisher schon in der Stadt ansässigen Theologisch-Philosophische Akademie gesellt sich die Juristische Fakultät. Weiter Fakultäten folgten in den nachfolgenden Jahren.
 
4. Abschnitt des Chronisten von Münster (1914-2003)


Es war ein Wintersonnenwendabend, als im kleinen Stadtteil St. Mauritz das Munitionsdepot auf nach wie vor ungeklärte Weise explodierte. Es gab jedoch keine Toten. Nach Ende des Krieges war Münster eine von wenige Städten, die nicht durch die alliierten Truppen besetzt war, weshalb in Münster der Westdeutsche Rundfunk seine Sendung aufnahm. Den Namen der erste Sendung "Westdeutsche Funkstunde“ erhielt sie von einem stillen Teilhaber aus Münster. Nach dessen Ermordung 1927 der Westdeutsche Rundfunk nach Köln verlegt wurde. Im Jahre 1928 begannen endlich die Bauarbeiten für den Aasee, ein Ereignis dem Prof. Landois schon lange entgegen fieberte. Mit Hilfe der Hexenmeister überzeugte er sogar die wichtigen Stellen von einer Vergrößerung und dem Bau des Naturkundemuseums mit Planetarium, das jedoch die Hexenmeister ihr Eigen nennen wollten. Es folgten weitere goldene Jahre, die jedoch ab 1933 besonders für bestimmte Bürger zu Ende waren. Im Jahre 1938 brannten Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht die Synagoge an der Klosterstraße nieder, die jedoch für unseresgleichen keine Rolle spielte.
Ich konnte es kaum fassen, als ich sah das der ehemalige Besetzer unserer schönen Stadt, Christoph Bernhard von Galen, noch bei bester Gesundheit war. Er nannte sich nun Clemens August von Galen und erstattete 1941 Strafanzeige gegen das Euthanasieprogramm des Dritten Reiches vor der Lambertikirche. Wie auch immer diese Kreatur so lange hatte überleben können. Vielleicht war sein Kommen auch der Grund aus dem Münster im Zweiter Weltkrieg so heftig attackiert worden ist. Ein schwarzer Tag in der Stadtgeschichte war der 10. März 1943, als die Fliegenden Festungen den Großangriff starteten und in den folgenden Wochen viele Teile Münsters zerstörten. Als schließlich 1945 wieder Ruhe am Himmel einkehrte, war Münster fast zerstört und verlor 1946 zusätzlich den Status als Hauptstadt der Provinz Westfalens, da Preußen liquidiert wurde. Drei Jahre später wurde Bischof Clemens August Graf von Galen in Rom zum Kardinal ernannt, der jedoch kurz nach seiner Rückkehr erlosch. In den folgenden Jahren ergab sich ein Wandel in unserer Gesellschaft, der dazu führte das ein Neuordnungsplan für die zerstörten Altstadt entstand, der sie wie vor Kriegsbeginn wieder aufbauen sollte. Dieser Wandel lockte viele Anhänger der Kunst nach Münster. Auch das neue Stadttheater wurde von eben diesen 1956 entworfen. Sie sorgten ebenfalls dafür, das die erste Skulptur-Ausstellung in Münster stattfand, bei der die Aaseekugeln aufgestellt wurden. Auch der Allwetterzoo wurde auf bitten von Prof. Landois 1974 auf der Sentruper Höhe neu gebaut.
Nach weiser Voraussicht meiner Ahnen wurde im Jahre 1985 das erste Glasfaserkabel in Betrieb genommen um für das Kommunikationszeitalter vorbereitet zu sein. Jedoch haben sie nicht mit dem geahnt, welches ein Jahr später folgte. Im Jahre 1986 wurde unserer Gemeinschaft fast vollständig von elenden Kaltblütern aus der Stadt zerrüttet. Ich jedoch, der ich selten an die Oberfläche gehe, blieb vom Wüten verschont und konnte meine Arbeit weiterführen. 1993 wurde die Stadt offiziell 1200 Jahre alt, jedoch sind diejenigen, den die Stadt dies verdankt nicht anwesend. Zwar sorgen die Würmer dafür, das die Einwohner eine neue Stadtbücherei erhalten, jedoch ist es nicht das gleiche. Umso erfreuter war ich als 2003 diese Kaltblüter von Horatio vertrieben wurden. Jedoch bin ich gespannt was diese neue Generation in der Stadt bewirken wird.

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Aktualisiert (Donnerstag, den 11. August 2011 um 11:26 Uhr)

 
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