Stadtchronik
Historika
Historika Monasterium

Fast Augenblicklich wurde jedoch mit dem Wiederaufbau begonnen. Am 12.5.1277 wurde die erste Ratsverfassung der Stadt unterschrieben. Dies war eine große Errungenschaft, da dies eine außergewöhnlich demokratische Einstellung erforderte. Nach langen Nächten voller Streitgespräche jedoch schafften es die Prometheer diese Ratsverfassung durchzusetzen.
Am 03.7.1353 wurde der letzte Stein des Rathauses gesetzt und im September schließlich offiziell eingeweiht. Damals waren nicht einmal 9000 Einwohner innerhalb der Stadtmauern, aber durch die Verbindungsstraßen war Münster eine wichtige Hansestadt, die vor allem die Kultur sehr hoch schätzte. Wieder folgten Jahre der Zufriedenheit.
Im Jahre 1533 jedoch musste ich meinen Platz als Chronist von Münster für zwei Jahre aufgeben, da ich mit meinem Herrn nach Holland auswanderte. Dies geschah wohl auf Grund der Wiedertäufer, die unsere Stadt besetzten. Als jedoch die Aufrührer von Fürstbischof Franz von Waldeck nach einer blutigen Schlacht öffentlich hingerichtet und in den Käfigen, die immer noch an der Lambertikirche hängen, den Vögeln überlassen wurden, kehrten wir zurück. Ich nahm alsbald mein Bestreben die Geschichte zu verfolgen wieder auf.

Ein guter Freund meines Herrn, mit Namen Droste zu Vischering beauftragte 1740 den als fürstbischöflichen Baumeister tätigen Artilleriegeneral Johann Conrad Schlaun mit dem Erbau eines Stadtpalais, dem Erbdrostenhof. 1757 wurde dieses Meisterwerk vollendet.
Sieben Jahre später wurden zum zeitweiligen Entsetzen aller Bürger die Stadtmauern geschliffen, damit Münster zu Kriegszeiten eine offene Stadt ist. Viele Bürger vertraten die Meinung Franz von Fürstenberg, der diese Anordnung erteilte, sei geistig umnachtet und ich stimme ihnen, da ich einiges mehr weiß, zu. Drei Jahre später wurde endlich genehmigt, welches die Bürger schon lange verlangten, der Bau des großartigen fürstbischöflichen Schlosses. Die Genehmigung erteilte Kurfürst Max Friedrich, der ein Gefolgsmann meines Herrn war. Die Pläne stammten von dem Erbauer des Stadtpalais, der jedoch sein vollendetes Werk nur noch bei Mondschein betrachten konnte. Im Jahre des Herrn 1773 wurde die Landesuniversität in Münster gegründet und nahm sieben Jahre später ihren Lehrbetrieb auf. Zwei Jahre später wurde das erste von der Bürgerschaft getragenen Komödienhaus eröffnet. Jedoch folgte darauf hin eine Fehde zwischen den zwei kulturell teilnehmenden Parteien der Stadt, da das Haus von Wilhelm Ferdinand Lipper dem Führer der einen Gruppe erbaut wurde. 1792 trat zum ersten Mal die geisterhafte Gesellschaft "Familia sacra" an die Öffentlichkeit, auch wenn mir ihr wirken schon lange bekannt war. Ihre Initiatorin Fürstin Amalie von Gallitzin, erhielt Besuch von Johann Wolfgang von Goethe, der sich für die exquisite Weltanschauung der Vereinigung interessierte.
Erst im Jahre 1854 nahm die erste Gasanstalt Münsters ihren Betrieb auf. Durch geschickte Intrigen der Promether gegen meinen Herrn wurde im Jahre 1872 die Schulaufsicht von der Kirche auf den Staat übertragen. Dies führt auch in der Bevölkerung zu Unruhen, jedoch zu weitaus schlimmeren Unruhen in meiner Vereinigung. Mit der Inhaftierung meines Herrn, der sich zu dieser Zeit Johann Bernhard Brinkmann nannte, und dessen Flucht nach Holland vernahm ich schon die Totenglocke, jedoch wurden meine Bitten an Gott erhört, wenn auch nicht wie ich es mir vorstellte. Nach drei Jahren nahm ich meine Arbeit wieder auf, auch wenn ich nun die Plätze nur noch bei vollkommener Dunkelheit und Nebel betreten konnte. Auf Grund eines Gefallens den der Zoologieprofessor Hermann Landois, den Fähen schuldete, initiierte er die Eröffnung des Westfälischen Zoologischen Gartens. Prof. Landois hatte zuvor den Plan zum Bau des Aasees entwickelt, den jedoch keiner ernst nahm, da Prof. Landois ein wenig umschattet wirkte. Nachdem im Jahre 1878 die erste Kanalisation verlegt wurde, wurde vieles für mich einfacher. Der Bau der Kanalisation wie auch zwei Jahre später des Wasserwerkes wurden von meinen Ahnen sorgfältig geplant, jedoch interessierte mich die Zukunft wenig.
1895 ergab es sich das die Fehde zwischen den zwei kulturell teilnehmenden Parteien wieder erblühte. Das Baufällige, jedoch von seinem Erbauer nach wie vor hochgelobte, Komödienhaus wurde abgerissen und im Rombergschen Hof ein neues Theater von der, wie ich meine weitaus besseren, Konkurrenz eröffnet. Dieses wurde jedoch 1943 von Wilhelm Ferdinand Lipper, der das Komödienhaus entwarf, zerstört.
Es war ein Wintersonnenwendabend, als im kleinen Stadtteil St. Mauritz das Munitionsdepot auf nach wie vor ungeklärte Weise explodierte. Es gab jedoch keine Toten. Nach Ende des Krieges war Münster eine von wenige Städten, die nicht durch die alliierten Truppen besetzt war, weshalb in Münster der Westdeutsche Rundfunk seine Sendung aufnahm. Den Namen der erste Sendung "Westdeutsche Funkstunde“ erhielt sie von einem stillen Teilhaber aus Münster. Nach dessen Ermordung 1927 der Westdeutsche Rundfunk nach Köln verlegt wurde. Im Jahre 1928 begannen endlich die Bauarbeiten für den Aasee, ein Ereignis dem Prof. Landois schon lange entgegen fieberte. Mit Hilfe der Hexenmeister überzeugte er sogar die wichtigen Stellen von einer Vergrößerung und dem Bau des Naturkundemuseums mit Planetarium, das jedoch die Hexenmeister ihr Eigen nennen wollten. Es folgten weitere goldene Jahre, die jedoch ab 1933 besonders für bestimmte Bürger zu Ende waren. Im Jahre 1938 brannten Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht die Synagoge an der Klosterstraße nieder, die jedoch für unseresgleichen keine Rolle spielte.
Ich konnte es kaum fassen, als ich sah das der ehemalige Besetzer unserer schönen Stadt, Christoph Bernhard von Galen, noch bei bester Gesundheit war. Er nannte sich nun Clemens August von Galen und erstattete 1941 Strafanzeige gegen das Euthanasieprogramm des Dritten Reiches vor der Lambertikirche. Wie auch immer diese Kreatur so lange hatte überleben können. Vielleicht war sein Kommen auch der Grund aus dem Münster im Zweiter Weltkrieg so heftig attackiert worden ist. Ein schwarzer Tag in der Stadtgeschichte war der 10. März 1943, als die Fliegenden Festungen den Großangriff starteten und in den folgenden Wochen viele Teile Münsters zerstörten. Als schließlich 1945 wieder Ruhe am Himmel einkehrte, war Münster fast zerstört und verlor 1946 zusätzlich den Status als Hauptstadt der Provinz Westfalens, da Preußen liquidiert wurde. Drei Jahre später wurde Bischof Clemens August Graf von Galen in Rom zum Kardinal ernannt, der jedoch kurz nach seiner Rückkehr erlosch. In den folgenden Jahren ergab sich ein Wandel in unserer Gesellschaft, der dazu führte das ein Neuordnungsplan für die zerstörten Altstadt entstand, der sie wie vor Kriegsbeginn wieder aufbauen sollte. Dieser Wandel lockte viele Anhänger der Kunst nach Münster. Auch das neue Stadttheater wurde von eben diesen 1956 entworfen. Sie sorgten ebenfalls dafür, das die erste Skulptur-Ausstellung in Münster stattfand, bei der die Aaseekugeln aufgestellt wurden. Auch der Allwetterzoo wurde auf bitten von Prof. Landois 1974 auf der Sentruper Höhe neu gebaut.
Nach weiser Voraussicht meiner Ahnen wurde im Jahre 1985 das erste Glasfaserkabel in Betrieb genommen um für das Kommunikationszeitalter vorbereitet zu sein. Jedoch haben sie nicht mit dem geahnt, welches ein Jahr später folgte. Im Jahre 1986 wurde unserer Gemeinschaft fast vollständig von elenden Kaltblütern aus der Stadt zerrüttet. Ich jedoch, der ich selten an die Oberfläche gehe, blieb vom Wüten verschont und konnte meine Arbeit weiterführen. 1993 wurde die Stadt offiziell 1200 Jahre alt, jedoch sind diejenigen, den die Stadt dies verdankt nicht anwesend. Zwar sorgen die Würmer dafür, das die Einwohner eine neue Stadtbücherei erhalten, jedoch ist es nicht das gleiche. Umso erfreuter war ich als 2003 diese Kaltblüter von Horatio vertrieben wurden. Jedoch bin ich gespannt was diese neue Generation in der Stadt bewirken wird.
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Aktualisiert (Donnerstag, den 11. August 2011 um 11:26 Uhr)
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